MOTORØL – Eine hochprozentige Sage zwischen Hamburg, Ostende, Wien und Rastenfeld

Motoröl – Eine hochprozentige Sage zwischen Hamburg, Ostende, Wien und Rastenfeld

 

Die Geschichte der nie geplanten Reise und zufälligen Verbreitung von „Motoröl“ begann 1923 – bei einer Motorfahrveranstaltung in Waldviertel, die einige öst. Fahrzeugbauer ins Leben riefen.

 

Josef Rausch aus Rastenfeld war Nebenerwerbslandwirt und Fahrzeugmechaniker aus Leidenschaft, egal ob Traktor(Warchalowski), Auto (er fuhr einen Ruan, ein Wiener Fabrikat) oder Motorrad (Steyr)  – und wusste einen guten selbstgemachten Tropfen zu schätzen. Dass er das tat, schätzte seine Frau Hermine weniger, deshalb versah er seine Eigenkomposition aus 50 Kräutern , die er stets in seiner Garage gebunkert hatte mit dem Etikett „Motoröl“, sodass Hermine bei ihren seltenen Besuchen in der Werkstätte keinen Verdacht schöpfte.

 

1923, kurz nach dem Krieg war die Rallye zu Gast im eiskalten Waldviertel und Josef wurde als Mechaniker beim belgischen Fahrer Frans Vanwouten (fuhr auf Steyr) engagiert. Irgendwie wurde ein Abend in den Werkstätte sehr lang, auch deswegen, weil Hermine öfter vorbei sah als gewöhnlich.

Vanwouten gewann, auch weil sein Fahrvermögen am folgenden Tag der Rallye getrübt war, im Waldviertel keinen Blumentopf, aber Hermines Herz.

Samt Vanwouten, einem Koffer und dem Rezept für das Gebräu (Franz konnte Hermine eben nie täuschen...) verließ sie Rastenfeld und lebte bis vor kurzem im mondänen belg. Badeort Ostende, wo das Getränk aus den geheimen Kräutern bis heute in ihrem Dock Cafe ausgeschenkt wird – selbstredend unter anderem Namen, um in nicht in der geringsten Kleinigkeit an Josef erinnert zu werden. Die öst. Schriftsteller Stefan Zweig und Josef Roth sollen bei einem gemeinsamen Aufenthalt im Badeort das unbekannte Getränk aus ihrer eigenen Heimat mit Freuden und in würdigen Mengen genossen haben, auf alten Bildern kann man tatsächlich den dunklen und so ruhig im Glas liegenden Spirit sehen.

 

Josef Rausch konnte Hermines Verlust ganz bald überwinden, seine Wien Aufenthalte in verschwiegenen Milieu Bars wurden eben noch häufiger. Dort wurde Motoröl mit kleinen Bieren getrunken um zu vergessen – aber auch um sich in hervorragender Verbindung mit einem großem Mokka beim ersten Licht des Morgens an den Heimweg erinnern zu können. Es scheint auch, dass Alma Mahler Werfel von dem Getränk gekostet hatte und es protegierte- was aber auch zur Folge hatte, dass ihr Gespons Franz Werfel zu dieser Zeit oft tagelang mit Alfred Polgar und Robert Musil durch Wiens stille und lautere Gassen zog.

 

Von Wien´s Nachtcafes in die Barwelten von St. Pauli war es für Motoröl durch seine (nicht immer bestens beleumundeten Botschafter) nur ein Katzensprung.

Der „Zungenstreichler“ aus Wien wurde zum unerlässlichen Begleiter Hamburger Nächte, den Damen wie Herren, Promis und Jedermanns  mit Freuden in deren Häuser gerne tranken.

 

Mit Beginn des Weltkrieges II wurde es in Österreich still um das unverwechselbare Getränk. –  Franz Rausch verschwand 1938 spurlos, immer wieder jedoch wurde „Sichtungen“ des Waldviertler „Schraubers aus Leidenschaft“ in Indianapolis durch Rastenfelder Auswanderer kolportiert – aber nie bestätigt. Sein Haus fiel an seinen Neffen Gustav.

 

Dort wurde es durch Zufall wieder entdeckt – in der Originalformel – am Ort seiner Entstehung:

 

Andreas Braunböck und Christoph Mahdalik, zwei Freunde und beide in der Eventbranche tätig, hörten von einem vergessenen Porsche 911 in einer Rastenfelder Scheune. An einem kalten Herbsttag machten sie sich von Wien Hütteldorf ins noch kältere Waldviertel auf.  Um Ölflecken vom Ventildeckel zu wischen, griffen sie zu einer uralten „Arbeiter-Zeitung“, die in einer Kiste lag, da kam es, dass zwischen den Seiten das originale, handgeschriebene Motoröl Rezept aus den vergilbten Seiten  rutschte  –

Und so beginnt die Geschichte vom Neuen, Andreas & Christoph machten sich an´s Werk und produzieren nunmehr einen Schnaps, Schnaps, so herb , so stark,  so rein wie ein Waldviertler Flusslauf.

 

Das ist jetzt  ihre Mission, ihre Rallye des Lebens : Schrauben am besten „Liquid Spirit“, an Schnapsqualität im Sinne des gewieften Josef Rausch– Lassen Sie sich das originale „Motorøl“ gut schmecken !